Die Schule von morgen

2-teilige Dokumentation auf arte (2018)

Die Schule von morgen (1/2) - Schule und Innovation | arte

Quelle: veröffentlicht vom YouTube-Kanal "Wertesysteme.de" am 17.09.2018

Ein Film von Frédéric Castaignède (ARTE France). Übersetzt von Friederike Geßner.

Überall auf der Welt arbeiten Lehrer und Forscher an neuen Schulmodellen und setzen dabei vor allem auf innovative Bildungsmethoden. 2015 war Singapur Spitzenreiter der PISA-Studie. Hauptgrund für diesen Erfolg sind die hohen Investitionen in die Lehrerausbildung und das Bildungssystem insgesamt. Ein weiterer Grund für die Erfolge Singapurs ist der Nachhilfeunterricht, in dessen Genuss sehr viele Kinder kommen. Allerdings ist dadurch ein Schultag in Singapur sehr lang und der Druck auf die Schüler enorm hoch; deshalb nahmen sich 27 Jugendliche im Jahr 2015 das Leben. Die Behörden arbeiten jetzt darauf hin, dass den schulischen Leistungen keine zu hohe Bedeutung beigemessen wird. Ganz vorn im PISA-Ranking steht auch Finnland, doch das Bildungsmodell des skandinavischen Landes ist ganz anders: Die finnischen Schultage sind kurz - nur vier bis sechs Stunden - und die Schüler bekommen sehr wenig Hausaufgaben. Im Silicon Valley schicken manche Eltern ihre Sprösslinge in Waldorfschulen, wo die musisch-schöpferische Betätigung großgeschrieben wird und PCs und Tablets nicht erlaubt sind. Die AltSchool setzt in hohem Maße auf die neuen Medien und verspricht ihren Schülern maßgeschneiderten Unterricht. Wie sogenannter umgedrehter Unterricht funktioniert, zeigt sich in einer Gesamtschule im französischen Drancy. Dabei erarbeiten sich die Schüler den Stoff zu Hause und wenden das Gelernte in der Schule an. Auch stellt sich die Frage, ob die Lehrer von Robotertechnik und künstlicher Intelligenz verschont bleiben werden. In Singapur hat eine Forscherin den humanoiden Roboter Nadine entwickelt, der bereits am Empfang einer Schule eingesetzt werden kann.


Die Schule von morgen (2/2) - Schule und Innovation | arte

Ausstrahlung am Samstag, 22. September um 21:35 auf arte

Kann der Unterricht so umgestaltet werden, dass er wirksamer und individueller auf künftige Herausforderungen vorbereitet? Wissenschaftler aus aller Welt berichten von bahnbrechenden, dank moderner Bildgebungsverfahren möglich gewordenen Entdeckungen über die Funktionsweise des Gehirns. Wie lassen sich diese Erkenntnisse auf Lernmethoden übertragen?

Seit Beginn der 2000er Jahre liefern neue Bildgebungsverfahren bahnbrechende Erkenntnisse über die Funktionsweise des Gehirns. Ein Grundmerkmal ist die Eigenschaft einzelner Synapsen, Nervenzellen und ganzer Gehirnareale, sich unter Auswertung von Lern- und Erfahrungsprozessen zu verändern. Um Kinder beim Erwerb von Wissen zu unterstützen, plädieren die Forscher der kognitiven Wissenschaften dafür, die Hauptfunktionen zur Beschleunigung und Erleichterung des Lernens zu stärken. Eine wichtige Funktion ist die Aufmerksamkeit. Forscher der Universität Oregon entwickelten Techniken, um diese bei Kindern zu trainieren. Ein weiterer Mechanismus heißt aktive Beteiligung: Ein Kind lernt besser, wenn es aktiv ist. Immer mehr Lehrer bauen Elemente des Erforschens, Entdeckens und Experimentierens in ihren Unterricht ein. Außerdem sind Irrtümer und Fehler unverzichtbare Bestandteile des Lernens. Das Erkennen von Fehlern löst eine Neuverknüpfung der neuronalen Netze aus. Am Ende des Prozesses steht die Festigung des Erlernten durch Wiederholung. Je häufiger eine Synapse beansprucht wird, umso stärker wird sie. Es empfiehlt sich also, das Unterrichtspensum zu portionieren. Die Dokumentation zeigt auch die Vorreiterrolle französischer Hochschulen und Forschungseinrichtungen bei der Entwicklung von Bildgebungsverfahren zur Erforschung der Rechen- und Lesefunktionen des Gehirns. Seit 2016 werden neue Lernmethoden mit ausgewählten französischen Schul- und Vorschulklassen getestet. Erprobt wird etwa die Nutzung von Lernsoftwares und Tablets. Die ersten Ergebnisse sorgten für Überraschungen.


Letzte Bearbeitung dieser Seite am 17.09.2018