Definition des Begriffs "Bildung"

Die Entstehung und Herleitung des Wortes Bildung in der Deutschen Sprache sowie dessen Verwendung im Laufe der Jahrhunderte bis heute.

Anmerkung: Bildung hat grundlegend wenig mit Schule zu tun. Eine Abgrenzung dieser beiden Begriffe sollte unbedingt vorgenommen werden.

Wortherkunft

Der Begriff Bildung stammt vom althochdeutschen "bildunga" = Schöpfung, Bildnis, Gestalt ab. Er bezeichnet

  1. die Formung des Menschen im Hinblick auf sein Menschsein, insbesondere seiner geistigen Fähigkeiten,
  2. das Ergebnis (Produkt) dieser Formung - sowie
  3. das Ergebnis von Erziehung (Nähren, Hegen, Pflegen).

Chronologische Ableitungen

Um 1300 > Entstehung des Begriffs

Der Theologe und Philosoph Meister Eckhart (1260-1328) führe den Begriff Bildung erstmals in die Deutsche Sprache ein.

Er beschrieb es als das "Erlernen von Gelassenheit", mit dem Ziel, der Mensch soll Gott ähnlich werden. Dabei wird Bildung von außen an den Menschen herangetragen.

Seine Aufgabe besteht demnach darin, sich der von Gott gegebenen Bildung hinzugeben. Bis Mitte des 17. Jahrhunderts blieb diese Denkweise weitestgehend bestehen.

Um 1650 > Bildung zur Menschlichkeit

Nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) erhoffte sich der Philosoph und Pädagoge Johann Amos Comenius (1592-1670) eine friedliche Welt, indem der Mensch systemisch von Kindheit an zu menschlichem Verhalten angeleitet werden soll. Insbesondere das sorgfältige Denken und Sprechen.

Man ging davon aus, dass der Mensch grundlegend verroht sei.

Der damals verwendete lateinische Begriff "eruditus" (gebildet, aufgeklärt) bedeutet etymologisch "ent-roht".

Um 1760 > Bildung zum frei handelnden Wesen

Der Philosoph Immanuel Kant (1724-1804) schrieb in seiner Publikation "Über Pädagogik die Aufgabe von Bildung": "Die Pädagogik oder "Erziehungslehre ist […] Erziehung zur Persönlichkeit, Erziehung eines frei handelnden Wesens, das sich selbst erhalten, und in der Gesellschaft ein Glied ausmachen, für sich selbst aber einen inneren Wert haben kann."

Um 1800 > Bildung für jeden zur Vervollkommnung des Selbst

Der preußische Bildungsreformer Wilhelm von Humboldt (1767-1835) machte Bildung zum Programm. Für jeden sollte Bildung möglich sein.

Er erschuf ein mehrgliedriges Schulsystem, in dem jeder nach seinen Fähigkeiten und den Anforderungen, die die Gesellschaft an ihn stellt, gefördert wird.

Zu diesem Zeitpunkt ging es Humboldt noch darum, die eigene Vervollkommnung zu erlangen und nicht darum, materielle Ziele zu erreichen.

Um 1890 > Bildung als Status

Im Deutschen Kaiserreich (1871–1918) findet eine entscheidende Wende statt: weg von Bildungsinhalten und hin zu modernen Lehrinhalten. 

So postulierte der Pädagoge und Philosoph Friedrich Paulsen (1846-1908), dass Bildung möglichst auch Gewinn bringen soll.

Dadurch wurde Bildung zum gesellschaftlichen Statussymbol und einem sozialen Bewertungskriterium. 

Um 1964 > Systematische Bildung

Der Erziehungswissenschaftler Wolfgang Klafki (*1927) verordnete Bildung das primäre Ziel, drei grundlegende Fähigkeiten herzustellen: Selbstbestimmung, Mitbestimmung und Solidarität.

Bildung soll die "humanen Fähigkeiten" umfassen und darüber hinaus nachstehendes fördern: Handwerk, Technik, ästhetische Wahrnehmung, Beziehung, Gestaltung, Urteilsfähigkeit sowie die ethische und politische Handlungsfähigkeit.

Als soziale Komponenten kommen folgende Fähigkeiten hinzu: Kritik, Argumentation, Empathie und vernetztes Denken.

Zwischenfazit

Bildung ist demnach ein übergeordnetes kulturelles Ziel, welches man insbesondere mit staatlichen Systemen - allen voran der "Schule" - zu erreichen versucht. Allerdings hat das heutige Schulsystem nur sehr wenig mit dem Kontext der historischen und fundierten Definitionen des Begriffs "Bildung" zu tun.

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